Internationale Zusammenarbeit trifft auf Innovation im Makerspace 

Wie begeistert man junge Menschen für Technik, Innovation und Unternehmertum? Indem man sie nicht nur zuschauen lässt, sondern selbst zu Entwicklerinnen und Entwicklern macht. 

Genau das ist bei uns im makeIT Makerspace passiert: Im Rahmen eines Erasmus-Austauschs waren 14 Schülerinnen und Schüler aus Tschechien sowie sechs Teilnehmende der Beruflichen Schulen Gelnhausen zu Gast und stellten sich einer besonderen Herausforderung. 

Die Gruppe erwartete statt einer klassischen Führung durch unsere Räumlichkeiten eine praxisnahe Innovations-Challenge, bei der Teamarbeit, Technologie und Kreativität gefragt waren. 

Von der Erasmus-Partnerschaft zur gemeinsamen Innovations-Challenge 

Die Verbindung entstand bereits im vergangenen Jahr. Damals absolvierten die beiden Erasmus-Schüler David O. (oben links im Bild) und Jakub H. (zweite von links) aus Tschechien ein dreimonatiges Praktikum bei uns. Daraus entwickelte sich ein enger Austausch zwischen den beteiligten Schulen und unserem Team. 

Im Zuge dieser Zusammenarbeit wurden wir auch nach Tschechien eingeladen und erhielten spannende Einblicke in die dortige Ausbildung sowie aktuelle Schülerprojekte. 

Eines dieser Projekte beschäftigt sich mit der Messung von Luftqualität. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln derzeit eine Sonde beziehungsweise Wetterrakete, um Umweltdaten zu erfassen und mit Messwerten aus Tschechien zu vergleichen. Dadurch verfügen viele bereits über praktische Erfahrungen mit Sensorik, Arduino-Systemen und Hardwareentwicklung. 

Die ideale Grundlage für die Challenge im makeIT Makerspace. 

Die Challenge: Entwicklung einer Room Pollution Box 

So lautete die Herausforderung: 

Entwickelt innerhalb von nur zweieinhalb Stunden eine „Room Pollution Box“, die verschiedene Umwelteinflüsse in Innenräumen messen kann. 

Die Box sollte folgende Werte erfassen: 

  • Temperatur 
  • Luftfeuchtigkeit 
  • Luftqualität 
  • Lichtverschmutzung 
  • Lärmbelastung 

Neben der technischen Umsetzung stand jedoch noch etwas anderes im Fokus: die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachbereiche.

Arbeiten wie in einem echten Unternehmen 

Um den Innovationsprozess möglichst realistisch abzubilden, wurden die Teilnehmenden in verschiedene Teams aufgeteilt: 


Technik
 

Das Technik-Team beschäftigte sich mit der Sensorik, der Hardware und dem Aufbau eines ersten funktionsfähigen Prototyps. 

Marketing & Branding 

Hier wurden erste Ideen für die Markenidentität entwickelt. Dazu gehörten Namensgebung, Positionierung und Logo-Entwürfe. 

Finanzierung 

Das Finanzierungsteam arbeitete an ersten Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit und möglichen Geschäftsmodellen. 

Website 

Parallel dazu entwickelte das Website-Team erste Konzepte für die digitale Präsentation des Produkts. 

Durch diese Aufteilung konnten die Schülerinnen und Schüler erleben, wie technische Entwicklung, Marketing, Wirtschaftlichkeit und Kommunikation in realen Innovationsprojekten zusammenspielen. 

Beeindruckende Ergebnisse in nur zweieinhalb Stunden

Innerhalb kürzester Zeit entstanden erste Website-Entwürfe, ein Logo, ein Finanzierungsansatz und sogar ein erster Prototyp der Room Pollution Box. 

Besonders beeindruckend war dabei nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Dynamik innerhalb der Teams. Unterschiedliche Fähigkeiten, Erfahrungen und Perspektiven wurden kombiniert, um gemeinsam eine Lösung zu entwickeln. 

Genau dieser Ansatz steht im Mittelpunkt der Arbeit im makeIT Makerspace. 

Warum Makerspaces für die Fachkräfte von morgen wichtig sind 

Technische Kompetenzen entstehen nicht ausschließlich im Unterricht. Sie entwickeln sich vor allem dann, wenn junge Menschen die Möglichkeit erhalten, Ideen auszuprobieren, Herausforderungen zu lösen und Verantwortung für eigene Projekte zu übernehmen. 

Makerspaces schaffen dafür den passenden Rahmen. 

Sie verbinden Bildung mit Praxis, fördern Kreativität und ermöglichen frühzeitige Berührungspunkte mit Technologien, Unternehmen und möglichen Karrierewegen. 

Für viele junge Menschen sind solche Erfahrungen richtungsweisend. Sie beeinflussen Interessen, fördern Talente und schaffen ein Verständnis dafür, wie Innovation tatsächlich entsteht.

makeIT als Brücke zwischen Bildung und Wirtschaft 

Für uns ist makeIT deshalb weit mehr als ein Ort zum Tüfteln. 

Wir verstehen unseren Makerspace als Plattform, die Bildung, Technologie, Wirtschaft und junge Talente zusammenbringt. Hier entstehen Projekte, Begegnungen und Erfahrungen, die weit über einen einzelnen Workshop hinausgehen. 

Die spannende Frage für Unternehmen lautet daher nicht, ob Nachwuchsförderung wichtig ist, sondern wie früh sie Teil dieser Entwicklung werden möchten. 

Denn die Fachkräfte, Entwicklerinnen, Entwickler und Innovatoren von morgen sitzen heute noch im Klassenzimmer – oder arbeiten bereits an ihrer nächsten Idee im makeIT Makerspace.